von Tappmeyer Consimex
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21. Januar 2026
Stellen Sie sich einen Moment vor: Eine Ihrer wichtigsten Uhrenmarken kündigt an, das Netz der Konzessionen „zu straffen“. Weniger Partner, strengere Vorgaben, mehr eigene Boutiquen. Offiziell heißt es: Optimierung. In Ihrem Bauch heißt es: Unsicherheit. Genau an diesem Punkt stehen gerade viele Luxusjuweliere. Die Fassaden wirken stabil – Toplage, Wartelisten, prestigeträchtige Marken –, doch im Hintergrund verschiebt sich etwas Grundlegendes. Große Marken professionalisieren Direktvertrieb und Markeninszenierung, während die Fixkosten im Fachhandel steigen. Im Gespräch mit der GZ haben Chuti Tricandha und Kerstin Tappmeyer genau darüber gesprochen: Warum der richtige Zeitpunkt für Eigenmarken jetzt ist – und wie gut geführte Häuser Private Label als strategischen Hebel nutzen, statt nur als „nettes Add-on“. Dieser Blog greift die Kernthemen des Interviews auf und führt sie weiter – aus Sicht Ihres Produktionspartners MIA.CREATIONS. Luxusjuweliere am Wendepunkt Unsere Kundschaft sind Juweliere mit starken Uhren- und Schmuckmarken – oft Rolex, Patek Philippe und vergleichbare Labels. Nach außen wirkt vieles grandios: volle Terminkalender, starke Markenlogos im Schaufenster, treue Stammkundschaft. Gleichzeitig erleben viele Inhaber im Alltag vier klare Spannungsfelder: Mehr Kontrolle durch Marken, weniger Freiheit im Geschäft Marken definieren Sortimente, Preise, Marketingmaterial – und teilweise sogar, wie Ihr Schaufenster aussieht. Steigende Fixkosten, stagnierende Margen Mieten, Löhne und Energie steigen, während Preisvorgaben und Online-Vergleichbarkeit Spielräume begrenzen. Kundschaft, die andere Fragen stellt Jüngere Luxuskundinnen und -kunden wollen Individualität, personalisierbare Stücke, Storytelling, nachhaltige Werte – nicht die hundertste Variante eines globalen Standards. Wachsender Wettbewerb um die gleiche Zielgruppe Direktvertrieb, Monobrand-Stores und Online-Boutiquen werben um dieselben Köpfe und Hände – oft mit massivem Marketingbudget. Das Ergebnis: Das klassische Geschäftsmodell „Wir stellen Fläche, die Marke liefert Begehrlichkeit“ reicht allein nicht mehr aus. Wer sich nur über Fremdmarken definiert, macht sich verletzlich. Die drei fatalen Fehler im Luxusgeschäft ohne Eigenmarke Ganz offen: Aus Gesprächen mit vielen Inhaberinnen und Inhabern sehen wir drei Muster, die auf Dauer riskant werden: „Es wird schon gut gehen.“ Man setzt weiter auf die gleichen Konzessionen und hofft, dass Strategiewechsel der Marken einen selbst nicht treffen. „Eigenmarke machen wir irgendwann.“ Die Idee begeistert, rutscht aber zwischen Tagesgeschäft, Personalsuche und Umbau immer wieder nach hinten auf der To-do-Liste. „Wir nehmen einfach ein bisschen Standardware dazu.“ Austauschbare Handelsware ohne klare Handschrift kommt ins Sortiment – und schwächt eher das Profil, statt es zu schärfen. Alle drei Wege führen langfristig in die gleiche Richtung: Austauschbarkeit. Und Austauschbarkeit zwingt zur Preisschlacht – genau das Gegenteil von dem, was Sie wollen. Warum Eigenmarke heute mehr ist als „nice to have“ Eigenmarken gibt es im Handel schon lange. Doch im Luxusbereich verschiebt sich die Rolle: Weg vom Lückenfüller, hin zu einem strategischen Baustein Ihres Geschäftsmodells. Das hat mehrere Gründe: Private Label wächst global – Kundinnen und Kunden akzeptieren und suchen sogar bewusst nach Händler- und Boutique-Marken, wenn Story, Qualität und Design stimmen. Personalisierung und Einzigartigkeit zählen – maßgeschneiderte, symbolstarke Schmuckstücke sind einer der stärksten Treiber im Markt. Werte werden sichtbarer – Nachhaltigkeit, Herkunft, Herstellungsbedingungen: Wer klare Antworten gibt, gewinnt Vertrauen und Differenzierung. Kurz gesagt: Eigenmarken erlauben Ihnen, das zu tun, wofür Ihre Kundschaft Sie in Wahrheit respektiert – nicht für Logos an der Fassade, sondern für Kompetenz, Geschmack und Haltung. Was eine starke Eigenmarke für Sie leistet Eine gut geführte Eigenmarke ist kein Gegenspieler zu Ihren Luxuskonzessionen. Sie ist Ihr Sicherheitsgurt – und Ihr Profilverstärker. Konkret: Mehr Marge pro Verkauf Direkter Weg in die Manufaktur, keine zusätzliche Handelsstufe, volle Preishoheit: Sie definieren Ihre Zielmargen selbst. Weniger Vergleichbarkeit Ihre Eigenmarke gibt es nur bei Ihnen. Kundinnen und Kunden können nicht nebenan oder online „1:1“ vergleichen – Argumente wie Design, Service und Story rücken in den Vordergrund. Mehr Profil im Markt Statt „Das ist der Laden mit Marke X“ werden Sie zu „dem Haus mit der umwerfenden eigenen Kollektion“. Mehr Resilienz Wenn Markenstrategien sich ändern, stehen Sie nicht mit leeren Vitrinen da, sondern mit Kollektionen, die genau zu Ihrer Kundschaft passen. Die Frage hinter allem: Welches Problem lösen Sie besser als andere? Hier kommt die Engpasskonzentrierte Strategie ins Spiel: Statt alles für alle anzubieten, fokussieren Sie sich auf den größten Engpass Ihrer besten Kundschaft – und lösen genau diesen besser als andere. Für viele Luxusjuweliere sehen wir drei typische Engpässe: Männern fehlt ein klarer Anlaufpunkt für Schmuck – hier setzen etwa Herrenkonzepte wie „Icon No. 8“ an. Paare wünschen sich individuelle Stücke mit Bedeutung – nicht nur einen Katalogring in anderer Breite. Stammkundschaft sucht nach frischen Ideen, ohne der Marke untreu zu werden – hier bieten sich ergänzende Eigenkollektionen als zweites Standbein an. Ihre Eigenmarke wird dann stark, wenn sie genau dieses Kernproblem Ihrer Zielgruppe löst – statt einfach „auch noch ein paar Ringe mit eigenem Stempel“ ins Sortiment zu legen. Wie MIA.CREATIONS Sie ganz praktisch unterstützt Damit Eigenmarke nicht nach zusätzlicher Last klingt, sondern nach Entlastung, braucht es System statt Bauchgefühl. Typisch läuft es bei uns so: Klares Zielbild statt vages „Wir müssten mal“ Gemeinsam definieren wir: Welche Kundschaft wollen Sie mit Ihrer Eigenmarke umwerfend gut bedienen? Wo liegt Ihre größte Chance – Marge, Profil, Kundenbindung? Design und Produktkonzept mit Profi-Team Sie bringen Erfahrungswissen über Ihre Kundschaft mit, wir Design- und Fertigungskompetenz. Daraus entsteht eine Kollektion, die aussieht wie Sie – nicht wie „noch eine Marke mehr“. 3D-Visualisierung und Feinabstimmung CAD, Renderings, auf Wunsch 3D-Druck: Sie sehen die Modelle, bevor Sie investieren. Das senkt Risiko und stärkt Entscheidungssicherheit. Produktion auf Luxusniveau In unserer Manufaktur in Bangkok verbinden wir Hightech und Handwerk – vom Mikroskop-Pavé bis zum hochpräzisen Finishing. Marketingunterstützung für Ihren Verkauf Bildwelt, Texte, Storytelling: Sie erhalten Inhalte, mit denen Ihr Team die Eigenmarke genauso souverän verkauft wie jede internationale Luxusmarke. Typische Einwände – und ehrliche Antworten „Bindet mich eine Eigenmarke nicht noch mehr?“ Nein – im Gegenteil. Sie binden sich an Ihre eigene Positionierung statt an die Strategie anderer. Sie entscheiden Umfang, Tempo und Ausrichtung. „Habe ich dafür wirklich Kapazitäten?“ Eine Eigenmarke braucht Fokus, aber kein eigenes Großprojektteam. Wenn Konzept und Partner stimmen, können Sie mit einem schlanken Startsortiment beginnen und später ausbauen. „Was, wenn die Kundschaft die Kollektion nicht annimmt?“ Deshalb arbeiten wir nicht mit Schüssen ins Blaue, sondern mit Daten aus Ihrem Geschäft, Feedback Ihrer Teams und realistischer Kalkulation. Und deshalb starten viele Häuser mit klar definierten Pilotkollektionen, statt direkt „alles neu“ zu machen. Fazit: Ihre Zukunft heißt Eigenmarke Luxusjuweliere stehen heute unter Druck – aber auch vor einer grandiosen Chance. Eigenmarken sind kein Trend, den man „auch noch“ mitnimmt. Sie sind ein strategischer Weg, Ihr Geschäftsmodell unabhängiger, profitabler und widerstandsfähiger zu machen. Die Frage ist nicht, ob Eigenmarke für Sie relevant wird. Die Frage ist, wie früh Sie diesen Hebel aktiv für sich nutzen. Wenn Sie spüren, dass Ihre Zukunft mehr sein soll als die Summe Ihrer Konzessionen, dann ist jetzt der richtige Moment, über Ihre Eigenmarke zu sprechen – und sie mit Leben zu füllen.